Wie bereits berichtet, kam es am Dienstagnachmittag zu einem Enkeltrick mit hohem Schaden für eine 82 – Jährige. Die skrupellosen Betrüger hatten sich bei der Gießener Seniorin gemeldet und sich als Enkelin mit weinerlicher Stimme ausgegeben. Auch schaltete sich während des Gespräches auch ein angeblicher Polizeibeamter ein. Der forderte eine Kaution für die Enkelin, die in einen Verkehrsunfall verwickelt sei, in Höhe von 100.000 Euro. In der Folge brachten die Betrüger die Frau dazu, mehrere Krügerrandgoldmünzen und Goldschmuck im Wert von etwa 200.000 Euro an eine Kurierin zu übergeben. Treffpunkt für die Übergabe war die Frankfurter Straße, Höhe Hausnummer 24. Die Abholerin, die nach der Übergabe flüchten konnte, soll etwa 165 Zentimeter groß und zwischen 35 und 40 Jahre alt sein. Sie habe ein buntes Kopftuch getragen und führte eine blaue Umhängetasche mit. Sie habe keine Mund-Nasen-Bedeckung getragen.

Die Gießener Kripo gibt dazu folgende Tipps:

Seien Sie misstrauisch, wenn sich Anrufer am Telefon nicht selber mit Namen melden. Raten Sie nicht, wer anruft, sondern fordern Sie Anrufer grundsätzlich dazu auf, ihren Namen selbst zu nennen.

Seien Sie misstrauisch, wenn sich Personen am Telefon als Verwandte oder Bekannte ausgeben, die Sie als solche nicht erkennen. Erfragen Sie beim Anrufer Dinge, die nur der richtige Verwandte/Bekannte wissen kann.

Geben Sie keine Details zu Ihren familiären und finanziellen Verhältnissen preis.

Lassen Sie sich nicht drängen und unter Druck setzen. Nehmen Sie sich Zeit, um die Angaben des Anrufers zu überprüfen. Rufen Sie die jeweilige Person unter der Ihnen lange bekannten Nummer an und lassen Sie sich den Sachverhalt bestätigen.

Wenn ein Anrufer Geld oder andere Wertsachen von Ihnen fordert: Besprechen Sie dies mit Familienangehörigen oder anderen Ihnen nahestehende Personen. Übergeben Sie niemals Geld oder Wertsachen wie Schmuck an unbekannte Personen.

Kommt Ihnen ein Anruf verdächtig vor, informieren Sie unverzüglich die Polizei unter der Nummer 110.

Sind Sie bereits Opfer eines Enkeltricks geworden, zeigen Sie die Tat unbedingt bei der Polizei an. Dies kann der Polizei helfen, Zusammenhänge zu erkennen, andere Personen entsprechend zu sensibilisieren und die Täter zu überführen.

Lassen Sie Ihren Vornamen im Telefonbuch abkürzen (aus Herta Schmidt wird beispielsweise H. Schmidt). So können die Täter Sie gar nicht mehr ausfindig machen. Zum Ändern eines Telefonbucheintrags wenden Sie sich an die Telekom.

Bewahren Sie Ihre Wertsachen, z.B. höhere Geldbeträge und andere Wertgegenstände nicht zuhause auf, sondern auf der Bank oder im Bankschließfach.