Die hessische Polizei ist vergangene Woche im Kampf gegen sexualisierte Gewalt an Kindern und Jugendlichen auch in Gießen und im Landkreis Gießen im Einsatz gewesen. Im Rahmen einer landesweiten Schwerpunktmaßnahme durchsuchten Ermittlerinnen und Ermittler zwischen Montag und Freitag (19. bis 23. Oktober) insgesamt 84 Wohnungen und Häuser. Dabei wurden 475 Datenträger sichergestellt. Die Ermittlungen richten sich gegen 87 Beschuldigte. Das Hessische Landeskriminalamt (HLKA) koordinierte den Einsatz im Auftrag der hessischen Staatsanwaltschaften.
Unter den Beschuldigten sind 83 Männer und vier Frauen im Alter zwischen 15 und 81 Jahren. Ihnen wird überwiegend die Herstellung, der Besitz und die Verbreitung von Kinder- und Jugendpornografie vorgeworfen. In zehn Fällen besteht zudem der Verdacht des sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen.
Elf Beschuldigte mussten nach den Durchsuchungen zur Vernehmung auf eine Polizeidienststelle gebracht werden. Bei einer weiteren Person wurde ein Haftbefehl vollstreckt. Nach aktuellem Ermittlungsstand stehen die Beschuldigten untereinander nicht in Kontakt.
Die Durchsuchungen fanden neben Gießen und dem Landkreis Gießen auch in zahlreichen weiteren hessischen Städten und Landkreisen statt. Dazu zählen unter anderem Frankfurt am Main, Fulda, Kassel und Wiesbaden sowie die Landkreise Marburg-Biedenkopf und Lahn-Dill.
Insgesamt stellten die Einsatzkräfte 476 deliktsspezifische Gegenstände sicher, darunter Speichermedien verschiedener Art. Diese werden nun ausgewertet.
Hintergrund: Ermittlungsgruppe FOKUS
Die Einheit FOKUS nahm im Oktober 2020 zunächst als Besondere Aufbauorganisation ihre Arbeit auf und ist seit Februar 2024 fester Bestandteil der Regelorganisation der sieben hessischen Polizeipräsidien und des Hessischen Landeskriminalamts. Mehr als 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verfolgen gezielt Straftaten im Zusammenhang mit sexuellem Missbrauch von Minderjährigen sowie Kinder- und Jugendpornografie. Auch bei den hessischen Staatsanwaltschaften gibt es dafür spezielle Dezernate.
Dieser Artikel beruht auf einer Pressemitteilung des Hessisches Landeskriminalamt.

