Hungen: Eine Anwohnerin aus Langd fiel am Mittwoch (28.10.) nicht auf einen Betrugsversuch herein. Gegen 17 Uhr boten ihr Unbekannte an ihrer Haustür an, das Dach eines Schuppens neu zu decken. Die vermeintlichen Dachdecker boten die Arbeiten für 150 Euro an. Die Frau willigte ein. Nach Abschluss der Arbeiten forderten die Männer plötzlich 1.800 Euro von der Frau. Die Seniorin ließ sich nicht täuschen und verhielt sich vollkommen richtig: Sie verweigerte die Zahlung, verwies die Männer von ihrem Anwesen und informierte im Nachgang die Polizei. Die Ermittlungen zu dem Fall laufen.

Es handelt sich um ein bekanntes Phänomen, einem Fall von unseriösen Haustürgeschäften. Betrüger bieten ihren Opfern beispielsweise spontane Handwerkerleistungen (insbesondere Dach- oder Pflasterarbeiten) an, die in der Regel nicht oder in unzureichender Qualität fertiggestellt werden. Dann wird ein unangemessener Preis verlangt.

Bei einer weiteren Betrugsmasche versuchen Kriminelle ihre Opfer zu einem Abschluss von Verträgen zu drängen. Dies können Strom- und Gasverträge, Telefonverträge oder Verträge für den Abschluss eines Abonnements sein. Ebenso versuchen sie ihre Opfer zu einer Spende zu drängen. Sie versprechen Gewinne oder behaupten, für ein soziales Projekt zu arbeiten, um damit Mitleid zu erwecken. Manche geben sich auch als Mitarbeitende von seriösen Firmen aus. Die Betrüger sind in ihrer Vorgangsweise vielfältig, aber das Ziel ist stets dasselbe: Die Opfer sollen einen Vertrag unterschreiben.

Um sich vor möglichen Betrugsversuchen oder unerwünschten Verträgen im Zusammenhang mit Haustürgeschäften zu schützen, rät die Polizei:

Verkäufer abweisen: Sagen Sie „Nein“ und schließen Sie die Tür. Sie müssen keine unerwünschten Angebote annehmen.

Nicht unter Druck setzen lassen: Nehmen Sie sich Zeit, um Angebote zu prüfen. Seriöse Verkäufer drängen nicht auf eine schnelle Entscheidung.

Keine persönlichen Daten herausgeben: Geben Sie keine sensiblen Daten wie Adresse oder Bankverbindungen an, ohne sich sicher zu sein.

Verträge schriftlich verlangen: Fordern Sie alle Informationen schriftlich an, bevor Sie etwas unterschreiben. Seriöse Unternehmen schicken Ihnen Details zu.

Nie sofort bezahlen: Zahlen Sie nicht direkt an der Tür. Seriöse Unternehmen fordern eine verbindliche Bestellung erst nach Prüfung der Vertragsbedingungen.

Nachbarn dazuholen: Bitten Sie einen Nachbarn oder Bekannten als Zeugen dazu, wenn Sie einen Vertrag unterschreiben.

Widerrufsrecht beachten: Bei Haustürgeschäften haben Sie 14 Tage Widerrufsrecht ohne Angabe von Gründen. Setzen Sie es bei Zweifeln rechtzeitig ein.

Verbraucherzentrale kontaktieren: Bei Unsicherheiten wenden Sie sich an die Verbraucherzentrale.

Im Zweifel: Polizei verständigen!