Gemeinsam kontrollierten Angehörige der Kontrollgruppe Gießen, der Bereitschaftspolizei Lich, vom Arbeitsschutz beim Regierungspräsidium Gießen und des Ordnungsamts Gießen am Donnerstag, 28. Juli, zwei Gaststätten in der Innenstadt. Neben illegaler Spielautomaten, fehlender Konzessionen und Verstöße gegen das Arbeitsschutzgesetz trafen sie dabei auch auf skurrile Aussagen hinsichtlich einer verschlossenen Küche sowie zur Nutzung einer Lüftungsanlage.

In der ersten Gaststätte ergab sich der Verdacht des unerlaubten Glücksspiels, weshalb die Beamten eine entsprechende Anzeige fertigten und einen Sport-Wettterminal sicherstellten. Bei der Frage zum Küchenbetrieb äußerte sich der Inhaber ausweichend und gab an, dass die Küche verschlossen sei und er den Beamten nun keinen Zutritt ermöglichen könne. Großes Ermittlergeschick war zur Lösung des Problems jedoch nicht von Nöten: Durch das Ausprobieren mehrerer in der Gaststätte befindlicher Schlüssel öffneten die Kontrollierenden ohne Schwierigkeiten die Tür. Zum Vorschein kam der mutmaßliche Grund des Vertuschungsversuchs: drei illegale, betriebsbereite Spielautomaten. Getränke, Süßigkeiten und Aschenbecher rundeten das zum Verweilen einladende „Ambiente“ ab. Auch diese Automaten stellten die Polizeibeamten sicher. Zudem fertigten die Ermittler noch mehrere Ordnungswidrigkeitsanzeigen wegen unterschiedlicher Verstöße. Der Inhaber muss außerdem mit einer kostenpflichtigen Auflagenverfügung rechnen.

Bei der zweiten Kontrolle löste bereits bei Betreten der CO-Warner eines Polizeibeamten aus und die Lokalität musste aufgrund kritischer Luftwerte erst einmal gelüftet werden, bevor die eigentliche Kontrolle begann. Grund hierfür dürfte das Anzünden von Kohlen für Shishas in Verbindung mit der ausgeschalteten Lüftungsanlage gewesen sein. Das anwesende Personal gab an, die Lüftungsanlage richtig bedienen zu können. Stattdessen hatte man aber den fragwürdigen Nutzen erkannt, mit Hilfe der Lüftung die Kohle der Shishas schneller anzuglühen. Anzeigen wegen Verstöße gegen den Arbeitsschutz waren die Folge. Zudem ergaben sich bezüglich der Tabakausgabe Hinweise auf eine mögliche Steuerhinterziehung, ein entsprechendes Verfahren leiteten die Beamten ein. Auch in dieser Gaststätte führten mehrere andere Mängel noch zu entsprechenden Ordnungswidrigkeitsanzeigen.